Druckkunst gehört zu den traditionsreichsten und zugleich lebendigsten Gattungen der bildenden Kunst.

Sie verbindet künstlerische Idee, Material und Handwerk zu einem Prozess, in dem aus einer Vorlage ein Bild entsteht – nicht als einmaliges Original, sondern als bewusst hergestellte Serie. Gerade darin liegt ihre besondere Qualität: Druckgrafik macht künstlerische Entscheidungen sichtbar, weil jeder Schritt – vom Schneiden, Ritzen oder Ätzen bis zum Druck – Spuren hinterlässt.

Was Druckkunst auszeichnet

Druckgrafik ist kein „Abbild“ im technischen Sinne, sondern ein eigenständiges künstlerisches Denken in Linien, Flächen, Kontrasten und Schichten. Künstler:innen arbeiten mit Widerstand, Zufall und Präzision: Platten, Stöcke oder Steine werden bearbeitet, Farbe wird aufgetragen, Druck entsteht unter Druck – und jede Variante kann zu einer neuen Bildlösung führen. Auch zeitgenössische Positionen greifen auf diese Logik zurück: sie kombinieren traditionelle Verfahren mit neuen Bildsprachen, erweitern Formate, Materialien und Mischtechniken. 

Hochdruck als Schwerpunkt

Ein besonderer Fokus von XYLON liegt auf dem künstlerischen Hochdruck (Reliefdruck), zu dem u. a. Holzschnitt und Linolschnitt zählen. Im Hochdruck werden die nicht druckenden Partien aus dem Trägermaterial herausgearbeitet; gedruckt werden die erhabenen Stellen. Diese Technik ist direkt, grafisch klar und in ihrer Wirkung oft besonders kraftvoll – von feinen Strukturen bis zu starken Flächen. XYLON versteht Hochdruck dabei ausdrücklich als Gegenwartskunst: als Verfahren, das sich weiterentwickelt und in aktuellen künstlerischen Positionen präsent bleibt.

Geschichte und Gründungsidee

XYLON wurde 1987 von dem Maler und Grafiker Otto Mindhoff gegründet – mit dem Anspruch, Druckkunst nicht nur auszustellen, sondern als lebendige Praxis zu vermitteln und weiterzugeben. Mindhoff prägte XYLON über viele Jahre als künstlerischer Kopf und engagierter Partner im kulturellen Umfeld Schwetzingens.

Druckkunst heute bei XYLON

Druckkunst wird bei XYLON in Ausstellungen und im Rahmen von Vermittlungsformaten sichtbar gemacht – nicht als „Spezialnische“, sondern als erzählbarer Schwerpunkt innerhalb eines offenen Programms. Neben fertigen Arbeiten rückt dabei immer wieder auch der Entstehungsprozess in den Fokus: Wie entsteht ein Druck? Welche Entscheidungen stecken in Platte, Farbe, Papier, Druckgang?

Druckverfahren kurz erklärt

Druckgrafik umfasst künstlerische Verfahren, bei denen ein Bild nicht direkt gemalt wird, sondern über eine Druckform (z. B. Holzstock, Platte, Stein) entsteht. 


Beim Hochdruck (Reliefdruck) werden nicht druckende Teile aus dem Material herausgearbeitet; gedruckt werden die erhabenen Stellen – typische Beispiele sind Holzschnitt und Linolschnitt. 


Beim Tiefdruck liegen die druckenden Linien oder Flächen vertieft in einer Metallplatte; die Farbe sitzt in diesen Vertiefungen und wird unter Druck aufs Papier übertragen.


Der Flachdruck (z. B. Lithografie) arbeitet ohne Höhenunterschiede: Druck und Nicht-Druck werden über chemische Eigenschaften der Oberfläche getrennt.


Viele zeitgenössische Arbeiten kombinieren heute Verfahren, experimentieren mit Material, Farbe und Papier und nutzen den Druckprozess bewusst als Teil der Bildidee. 


Bei XYLON spielt insbesondere der künstlerische Hochdruck eine zentrale Rolle – als handwerklich erfahrbares, zugleich sehr zeitgenössisches Medium.

Logo

© XYLON MUSEUM. Alle Rechte vorbehalten.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.